Designerbabys und Monsterschafe - Anwendungsmöglichkeiten mit einem bitteren Beigeschmack?

Genmanipulation an Pflanzen ist in unserem Zeitalter fast schon alltäglich, Nutztiere krankheitsresistent zu machen normal. Seit kurzem gibt es nun schon die Idee, erste Genom-Editierung an menschlichen Lebewesen durchzuführen. Denn mit CRISPR/Cas9 ist diese Genom-Editierung nicht nur schneller, sondern auch sehr viel einfacher und genauer.

Doch inwiefern ist diese experimentelle Veränderung unserer natürlichen Entwicklung wirklich notwendig? Wollen wir in einer Welt leben, in der wir als Menschen unsere Umwelt so verändert haben, wie sie uns passt? Oder sind die positiven Auswirkungen dieser Veränderung doch überwiegend? Wie weit darf der Mensch gehen?

 

Mit Gentechnik, speziell mit CRISPR/Cas9 ist momentan schon viel möglich – so wird beispielsweise in China schon heute mithilfe der CRISPR-Methode Mehltau-resistenter Weizen hergestellt. Auch an Zuchttieren wird mithilfe der CRISPR/Cas9 Methode an einer Möglichkeit, diese Krankheiten-resistent zu machen, geforscht. Nun führt man diese Forschung auch am Menschen fort. So haben zum Beispiel 11 amerikanische Wissenschaftler an der Genveränderung an Embryos forschen wollen – doch dies sollte nicht so einfach werden. Denn es gibt in den USA, wie auch in vielen anderen Staaten, das sogenannte „Embryonenschutzgesetz“, welches die Forschung an Embryos in jeglicher Form untersagt. Spätesten hier wird klar, dass man nicht unbegrenzt an Genen forschen darf – oder sollte. Oder sollte man doch?

 

Die Diskussion beginnt eigentlich schon viel früher. Denn auch bei der Genmanipulation an Pflanzen sollte man sich über die Vor – und Nachteile bewusst sein. Einerseits bringt Gentechnik ertragreichere Pflanzen. Diese können vor allem in Teilen der Welt, in denen es durch Umweltkatastrophen zu großen Nahrungsmittelknappheiten gekommen ist, helfen. Denn nicht nur kann die Ernte ertragreicher, sondern auch Unwetter- und Krankheiten-resistent werden. Zwar könnte man jetzt schon durch die gerechte Verteilung der weltweiten Nahrungsmittel die Nahrungsmittelknappheit umgehen, jedoch wird die Gentechnik-Methode zur Zeit als die schnellere und umweltfreundlichere Variante angesehen.

Doch auch Gentechnik an den Pflanzen ist noch nicht genug erforscht. Wir können nicht genau wissen, wie sich genmanipulierte Pflanzen verhalten, ausbreiten und welche gesundheitlichen Auswirkungen sie beim Konsum auf den Menschen haben können. Hinzu kommt: Gentechnik steht nicht jedem zur Verfügung. So besitzen bis jetzt nur wenige Industriestaaten die Möglichkeit, genmanipulierte Pflanzen zu entwickeln. Sie bauen ein Monopol auf.

 

Wenn man nun auf die Genmanipulation bei Nutztieren schaut, findet man ein ähnliches Szenario wie bei den Pflanzen vor - die Gentechnik ermöglicht es, die Tiere Krankheiten-resistenter und ertragreicher zu machen. Es ist eine schnellere und effizientere Möglichkeit für Tierzüchter ihre Tiere zu verändern. Außerdem können transgene Tiere zur Forschung in der Medizin beitragen. Des Weiteren könnten ertragreichere Tiere Hungersnöte in Entwicklungsländern verhindern und dortigen Fleischkonsum ermöglichen. Es ist jedoch noch nicht absehbar, ob diese Technik nicht leider doch von den großen Massentierhaltungskonzernen genutzt wird, um ihre Konkurrenten auszuschalten und somit nie in die Hände der Bedürftigen fällt. Wir sehen wieder die Gefahr einer Monopolstellung der großen, mächtigen Firmen.

 

Zudem wird kritisiert, dass die Gentechnik, vor allem an Tieren und Menschen weitgehend unerforscht ist. Geht ein Genmanipulationsexperiment schief, kann es für die Tiere große Schmerzen, Behinderungen oder den Tod bedeuten.

Hinzu kommt die Befürchtung, dass mit Genmanipulation Tierzüchtern ein Instrument in die Hand gelegt wird, dass sie zu hemmungslosen Kombinationen verleiten kann.

Doch kommen wir nun zur Genmanipulation am Menschen. Menschliche Gene zu editieren wird seit der Entdeckung CRISPR/Cas9 als möglich angesehen. Was man sich davon erhofft?

Erbkrankheiten heilen, Antikörper stärken und die Menschen vor generellen Krankheiten zu schützen, das alles soll bei der Genom-Editierung am Menschen verbessert werden. Forscher denken sogar noch einen Schritt weiter: In Zukunft wäre es vielleicht sogar möglich auch die körperlichen und geistigen Fähigkeiten schon vor der Geburt des Babys bestimmen. Man spricht von dem sogenannten “Designerbaby”.

Spätestens hier sollte jedem die größte Frage, die Genmanipulation generell mit sich bringt, auffallen: Dürfen die Menschen wirklich so weit in die Natur und natürliche Entwicklung eingreifen, sodass sie alles nach ihrem Willen verändern können? Dürfen wir Menschen “Gott spielen” ? Es sollte sich jeder ein eigenes Bild davon machen, wie er zu der Veränderung von Erbgut steht. Fakt ist: Forschung ist unaufhaltsam und die neue Gentechnik Methode CRISPR/Cas9 bringt viele neue Möglichkeiten und Forschungspunkte mit sich. Wir Menschen sollten uns jedoch der Verantwortung, die diese Technik und Forschung mit sich bringt, bewusst sein.

Unsere Umfrage an Sie!