In dem Interview mit dem Vorsitzenden des Wissenschaftlerkreises Grüne Gentechnik e.V. Prof. Dr. Klaus-Dieter Jany erklärt dieser dem „Transkript“ Magazin seine Auffassung von der politischen Auseinandersetzung und Gesetzesänderung zu der sich der europäische Gerichtshof entschlossen hat. Nach diesem Urteil vom 25. Juli. 2018 in Luxemburg, soll die biologische Mutation oder moderne Methode der Gentechnik wie z.B. CRISPR/Cas9 rechtlich nun als gentechnische Veränderung gelten. D.h. Pflanzen, Früchte und andere Organismen, bei denen die CRISPR/Cas9 Methode angewandt wurde, gelten demnach nun als “gentechnisch verändert” und müssen sich den Gesetzen und EU-Richtlinien für diese Kategorie anpassen. Dabei unterscheiden sich die Methoden der Gentechnik zwischen neuen Methoden wie CRISPR/Cas9, bei dem das Gen nur so verändert wird, wie es auf natürliche Weise möglich wäre und älteren, herkömmlichen Methoden, bei dem in das Gen so eingegriffen wird, dass man es nicht mehr als natürlich bezeichnen darf. 

Nach Jany liegt das Problem und damit die Entscheidung des europäischen Gerichtshofes an der nicht möglichen Rückverfolgung der Herstellung dieser Produkte.

Das bedeutet, dass Firmen ihre Produkte außerhalb der europäischen Union nicht kennzeichnen müssten und angeben müssten wie das Produkt hergestellt worden ist und ob es gentechnisch verändert worden ist. Somit dürften jegliche Produkte aus dem Ausland rein rechtlich betrachtet nicht in die EU importiert werden, da es sich ja vielleicht um gentechnisch veränderte Produkte handeln könnte. Die Auseinandersetzung und Diskussion ist entsprechend groß.

Durch diesen politischen Konflikt kriegt man kaum etwas von den neuen Forschungsergebnissen mit, weil es zu der grundlegenden Frage, ob es nun Gentechnik ist oder nicht, unterschiedliche Meinungen gibt. Dabei entwickelt sich diese biologische Methode immer weiter und ist eigentlich eine echte „Durchbruchsinnovation“, wie Jany meint. „Die biologischen Mutageneseverfahren werden dazu beitragen, schnell Sorten mit Eigenschaften zu züchten, die dringend benötigt werden, um angesichts von Bevölkerungswachstum und Klimawandel die UN-Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und gesündere Lebensmittel zu erzeugen“